EDAWAX

Logo: European Data Watch Extended

In den Wirtschaftswissenschaften werden empirische Untersuchungen zur Überprüfung und Weiterentwicklung von theoretischen Modellen zunehmend wichtiger. Dies schlägt sich auch in einer steigenden Anzahl von Beiträgen in Fachzeitschriften nieder, bei denen die Autoren eigene Forschungsdaten erhoben oder externe Datensätze verarbeitet haben. Allerdings gibt es bislang kaum effektive Möglichkeiten, diese Forschungsdaten im Kontext der zugehörigen Zeitschriftenartikel zu replizieren, zu prüfen oder für eine Nachnutzung und zur Unterstützung des wissenschaftlichen Diskurses bereit zu stellen.  

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwischen 2011 und 2016 geförderte Projekt European Data Watch Extended (EDaWaX) stellte sich diesen Herausforderungen. Ein zentrales informationstechnologisches Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung einer Software für ein publikationsbezogenes Datenarchiv.  

Zweite Förderphase

Die zweite Förderphase des Projekts (2014 - 2016) baute auf den Ergebnissen der ersten Phase (2011-2013) auf.  Es standen unter anderem folgende Arbeiten auf dem Programm:  

Zunächst wurden die Analysen, die in der ersten Förderphase durchgeführt wurden, vertieft und ausgeweitet: Analog zu EDaWaX 1 wurden die Richtlinien und die Infrastruktur von betriebswissenschaftlichen Fachzeitschriften analysiert, die auf die Einbeziehung von Forschungsdaten in den Review und Publikationsprozess abzielten. Das Max-Planck Institut für Innovation und Wettbewerb (MCIER) untersuchte zudem die Zitationsraten von Zeitschriften und Artikeln mit hinterlegten Forschungsdaten. Hierbei war insbesondere fraglich, ob Artikel mit entsprechenden Daten häufiger zitiert werden, als vergleichbare Artikel ohne publikationsbezogene Forschungsdaten.    

Darüber hinaus wurde die in der ersten Projektphase entwickelte Software für ein publikationsbezogenes Forschungsdatenarchiv weiterentwickelt und mit neuen Funktionalitäten ausgestattet. Zudem wurde die Applikation in Kooperation mit dem Forschungsdatenzentrum des Sozio-oekonomischen Panels (FDZ SOEP) am DIW Berlin auf eine nachhaltige infrastrukturelle Basis  gestellt.  

Beratung von Journal-Herausgebern

Weiteres Ziel von EDaWaX war es, Herausgeber/inne/n von wirtschaftswissenschaftlichen  Fachzeitschriften in Hinsicht auf Forschungsdatenpolicies und zugehörige Workflows zu beraten. Mit der EDaWaX-Applikation (inzwischen: ZBW Journal Data Archive) steht zudem eine Softwarelösung zur Unterstützung des Forschungsdatenmanagements bei Fachzeitschriften bereit. Analog zur 1. Förderphase wurden erneut Evaluierungsworkshops mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fachcommunity durchgeführt, um die Applikation in enger Abstimmung mit der Forschung weiterzuentwickeln.  

Das Projekt EDaWaX war ein Kooperationsprojekt des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), der Forschungsdatenzentrums des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin, des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb (MCIER) und der ZBW.